Pressemitteilung zum Handgranatenanschlag auf das „Migrantenzentrum“

Gestern Abend, gegen 22 Uhr hat ein Unbekannter eine Handgranate auf das „Migrantenzentrum“ (Tsamados Str. 13a, Exarchia) geworfen und ist anschließend verschwunden. Zu diesem Zeitpunkt fand dort gerade eine Veranstaltung des „Bündnisses der Wehrdienstverweigerer aus Gewissensgründen mit dem Thema „neue Rüstungsprogramme“ statt.

Die, die sich im Inneren des Gebäudes aufhielten, konnten zunächst einen Schlag gegen das Fenster und unmittelbar danach eine starke Explosion hören. 

Der Täter hatte versucht mit der Handgranate das Fenster des Raumes einzuschlagen, in welchem die Verantstaltung abgehalten wurde. 

Glücklicherweise ging das Fenster nicht zu Bruch, so dass die Handgranate in den darunter liegenden Blumenkasten fiel. Trotz der offenkundig gegenteiligen Intention des Täters, wurden so durch die Explosion nur Sachschäden verursacht.

 Das „Migrantenzentrum“ beherbergt neben dem „Bündnis der Wehrdienstverweigerer aus Gewissensgründen“  eine Reihe anderer linker Zusammenschlüsse, unter anderem der feministischen – und der Homosexuellenbewegung, sowie die Aktivitäten diverser Migrantenorganisationen.

Ferner fand wenige Zeit vor dem Anschlag der Griechischunterricht statt, welcher täglich von einer Vielzahl von Migranten besucht wird.

Das Wiederaufleben der extremen Rechten oder einen im Windschatten des Staates agierenden Terrorismus, dessen wir uns wie es scheint gegenüber sehen, kann nur allein jene ängstigen, welche bereits verängstigt sind: Wir sind es nicht.

Wie es selbstverständlich und in derartigen Fällen üblich ist, wird auch das „Bündnis der Wehrdienstverweigerer aus Gewissensgründen“ seine Arbeit fortsetzen und ausweiten. 

Wir bedurften keiner Handgranate, die vor unserer Tür hochgeht, damit uns bewusst ist, wie todbringend Nationalismus und Militarismus sind und wie sehr wir diesen entgegenstehen. 

Die militaristische Geisteshaltung, die wir gestern beispielhaft zu spüren bekommen haben, ist einer emanzipatorischen Bewegung fremd, deren essentielle Basis der Antimilitarismus darstellt.

Wer in die Furcht investiert (in die Eskalationsstrategie in der Ägäis, durch welche ein wahre Aufrüstungsfiesta gerechtfertigt wird, in Terror,  Rassismus und Xenophobie, in Nationalismus und Militarismus) wird sich mit uns konfrontiert sehen.

Heute, nach den Ereignissen des Dezembers wird ein kleiner Feldzug gegen jeden geführt, der sich den Verkehrungen der heutigen Gesellschaft entgegenstellt. Dies ist ein Feldzug gegen jeden Aktivisten (beispielhaft zu sehen am Fall Konstatina Kouneva), es ist Zeit, Stellung zu beziehen: Vor einer weiteren Verschärfung der Wirtschaftskrise, und den daraus folgenden ansteigenden gesellschaftlichen Problemen , vor einer neuen Reichsprogromnacht und einer neuen Ordine Nuovo, welche für die jeweiligen historischen Abschnitte kennzeichnend waren.

 

Bündis der Wehrdienstverweigerer aus Gewissensgründen

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~ by sibg08 on 27/02/2009.

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